Kindermund

krippe14_064Felix (ca. 4 Jahre alt) stellt einem fremden Kind (ca. 3 Jahre alt) eine Frage und bekommt keine Antwort. Daraufhin schaut er das Kind mitleidig an und sagt: „Mach dir nichts draus, du lernst auch noch sprechen!“

Lina (ca. 4 Jahre alt), nachdem ihr von Oma erzählt wurde, dass in Omas Haus Mäuse sind: „Eeecht? Wie heißen die?!“

Felix (5 Jahre): „Den Namen von diesem berühmten Agenten habe ich vergessen, aber die Telefonnummer weiß ich noch: 007!“

Leonie (3 Jahre) sagt beim Malen: „Ich hab auch Stifte zu Hause, aber die hab ich jetzt gar nicht mehr angestiftet!“

Sarah telefoniert. Nachdem sie aufgelegt hat sagt sie:“Immer diese Vertreter!“
Erik (6 Jahre alt): „Was will der denn? Dich vertreten?“

Jonathan (6Jahre): „Steffi, wie alt bist du?“ Steffi: „27 Jahre.“ Jonathan: “ Das ist aber ganz schön klein!“

Alexandra: „Ich hab zu Hause auch einen Stauberzab (Zauberstab).“

Die Kinder singen das Lied: „In der Weihnachtsbäckerei“. Marlene (4 Jahre) singt: „Wo ist das Zerept geblieben…“

Arvid (3 Jahre) guckt auf Sarahs Nasenstecker und fragt: „Warum hast du da so einen Nagel in der Nase?“

Marlene (4 Jahre): „Meine Tante ist schon ganz alt. Die braucht keinen Mann mehr. Die kann bald auf den Friedhof!“

Anouk (4 Jahre) sagt im Bus: „Der Papa von Audi ist auch immer ganz schnell!“

Felix (4 Jahre) beim Essen:“Ich mag die Margarine nicht mehr.“ (Er meinte Nektarine)

Marlene (4 Jahre): „Guck mal Erik, ich hab jetzt auch ein Pferd, so wie Leticia.“ (Sie meinte einen Pony)

Ole (6 Jahre) zeigt im Morgenkreis allen seinen neuen Schulranzen. Sarah: „Hast du den bei Oma und Opa gekauft?“ Ole: „Ja.“ Sarah: „Die wohnen doch ganz weit weg,oder?“ Ole: „Nee, das ist nicht so weit. Da fährt man nur bis nachmittags.“

Franziska spricht mit vollem Mund. Steffi: „Ich kann dich nicht verstehen!“ Marlene (4 Jahre): „Ich hab das verstanden, ich hab gute Ohren!“ Steffi: „Ich nicht mehr.“ Marlene: „Du kannst ja auch nicht mehr so gut hören, du hast ja Ohrringe!“

Alexandra (4 Jahre): „Guck mal, ich hab Pidalen an.“ (Sandalen)

Anke: „Wir räumen alle auf!“
Anouk (2,5 Jahre): „Aber ich hab doch Husten!“

Jolina (3 Jahre): „Ich kann im Sitzen liegen!“

krippe14_024Timo zu Jan-Luca (2 Jahre): „Du brauchst doch deinen Nuckel nicht. Ich leg ihn mal eben hier hin.
Jan-Luca: „Ok, ich hol ihn mir dann mal eben wieder.“

Jolina (3,5 Jahre): „Ich bin ein Mädchen, und wenn ich groß bin werde ich ein Junge!“

Ole (bald 6 Jahre) erklärt, wie Mama ihn morgens weckt: „Als erstes macht Mama die Kabine auf, bevor sie guten Morgen sagt!“ (Gardine)

Erik (bald 6 Jahre): „Ich kann ohne umzukrempeln meine Socken umkrempeln!“

Marlene (3 Jahre) sagt zu Opa Ritchie: „Lies mir ein Buch vor!“ Als Opa Ritchie fragt wie das Zauberwort mit den zwei t heißt, antwortet Marlene: „Aber fix!“

Finn (so gut wie 6 Jahre) erzählt stolz von seinem neuen Schulranzen. Auf die Frage, ob er auch eine Federmappe hat, antwortet er: „Ja, da sind Stifte drin und sogar ein Laminat zum ausmessen.“

Jonas (bald 6 Jahre): „Wir brauchen draußen Kohlensäure zum Leben!“

Killian (5,5): „Emma ist krank, sie hat die Luftpocken (Windpocken)!“

Jolina (2,5 Jahre): „Meine Mama heißt Mama und mein Papa heißt Papa!“

Enrico (3 Jahre): „Ich möchte kuhzucken (zugucken).“

Jolina (2,5 Jahre): „Mein Pullover ist dreckig!“
Anke: „Ist nicht schlimm, das kann Mama waschen.“
Jolina: „Hast du denn keine Waschmaschine?“

Finn (5,5 Jahre): „Sinan´s Papa kommt doch aus der Türkei.“
Mama: „Ja, das stimmt.“
Finn: „Und die Türkei ist doch ganz weit weg, oder?“
Mama: „Ja, richtig.“
Finn: „Warum läuft der Papa denn dann immer zu Fuß nach Hause?“

Sinan (2,5 Jahre) sagt immer Zewa, wenn er ein Taschentuch braucht. Sinan´s Papa ist Türke.

Finn (5,5 Jahre): „Ich kann türkisch: Taschentuch heißt Zewa!“

Emilie (fast 6Jahre) draußen beim Spielen im Räuberwald:“ Nun werden wir den Bach mal wieder in Stimmung bringen!“

Jonas (5,5 Jahre): „Du Sarah, ich hab schon mal im Radio gehört, da hat „Avator“ 3 Oscars gekriegt und der andere 5!“
Sarah: „Was sind denn Oscars?“
Jonas: „Na der von Ernie!“ (Oscar aus der Mülltonne)

Marlene (3,5 Jahre): „Das Bild für meine Cousine habe ich in meine Taschenjacke gepackt.“

Felix (2,5 Jahre) isst zu Hause den Reis mit den Fingern. Mama: „Felix du hast einen Löffel und eine Gabel!“
Felix: So isst Sarah (die Erzieherin) auch immer!“

Sarah: „Felix, du sollst nicht aus der Flasche trinken, du hast ein Glas!“
Felix (2,5 Jahre): „Ich darf das, Papa macht das auch immer!“

Jamin zu Iris: „Weißt du wie der Arzt heißt?“
Iris: „Nein, sag du es mir!“
Jamin: „Na , Arzt!“

Jolina am Tisch: „Hahaha, mein Zahn ist verschwunden!“
Iris: „Wo ist er denn hin?“
Jolina: „Den habe ich weg geputzt!“

Sarah zu Jolina: „Wollen wir jetzt rüber gehen?“
Jolina: „Ja! Wollen wir Anke auch mitnehmen?“

 

Gedichte

Zeit

Die erste Zeit ist schwierig,
weil sie klein sind
weil sie viel weinen
weil sie nichts alleine können.

Die Zeit ab dem ersten Geburtstag ist schwierig,
weil sie laufen können
weil sie bockig sind
weil sie alles alleine machen wollen.

Die Zeit des dritten Geburtstags ist schwierig,
weil sie einem das Ohr fusslig reden
weil sie in den Kindergarten wollen und doch nicht wollen
weil sie Dreirad und Bobbycar fahren wie die Wilden.

Die Zeit des sechsten Geburtstags wird schwierig,
weil sie in die Schule kommen und 1000 Sachen brauchen, die die Freunde auch haben
weil sie ganz genau wissen was sie wollen und das jetzt und sofort
weil sie anfangen Fahrrad, Inline-Skates und Skateboard zu fahren wie dir Irren.

Dann kommt die Zeit des 18. Geburtstages und uns wird bewusst,

dass die erste Zeit so schön war,
weil sie so kuschlig waren
weil sie uns so sehr gebraucht haben
weil sie immer in unserer Nähe sein wollten.

dass die Zeit des ersten Geburtstages so schön war,
weil sie anfingen zu laufen
weil wir stolz waren auf ihren festen Willen
weil wir es klasse fanden, wie sie anfingen selbständig zu werden.

dass die Zeit des dritten Geburtstages so schön war,
weil wir ihren Wortschatz berauschend fanden,
weil wir ihren Mut bewunderten
weil es schön war, sie unter anderen Kindern spielen zu sehen.

dass die Zeit des sechsten Geburtstages so schön war,
weil wir sie sahen, wie sie unentdecktes Land begingen
weil wir sahen, wie sie dicke Freundschaften schlossen
weil wir ihren Gleichgewichtssinn bewunderten und sahen, wie sie neues austesteten und wie sie sich dann freuten wenn es klappte und wie sehr sie weinten und sich an uns schmiegten, wenn es nicht klappte.

Mögen wir uns an all diese Momente erinnern, an die schönen und an die
schwierigen.

Darin sind wir, darin sind unsere Kinder und darin ist unsere Zukunft!

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,
Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und Er spannt euch mit Seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Laßt euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

Khalil Gibran, arabischer Dichter, 1883-1931

„Kinder brauchen Liebe
– besonders wenn sie sie nicht verdienen“von Henry David Thoreau/x/details.png

„Man kann in Kinder nichts hineinprügeln, aber vieles herausstreicheln.“

Astrid Lindgren

„Kinder erleben nichts so scharf und bitter wie Ungerechtigkeit.“

Charles Dickens